Renée IV, 2018

Der Panther

In mir wohnt ein Tier. Mein Körper ist sein Käfig.
Wenn ich ihn nicht lähme, ergreift er Besitz von meinem Bewusstsein und jagt sichtbare Geister wild und ungezähmt.
Kann man ihn nicht zähmen? Nein, er wartet auf einen schwachen Augenblick, ein offenes Tor.
Ich möchte ihm genug Platz geben, um nicht zu vergehen, ehe es mit mir geschehen ist.
Ich möchte ihm Fenster zeigen, aus der er seine Welt sehen kann.
Ich möchte ihm das Gefühl geben, dass seine Zeit noch kommt.
In meinem Kopf hallt sein Gebrüll. Manchmal lauter als meine Gedanken.
Dann setze ich mein Stirnband auf und lausche.
Jeder möchte gehört werden.

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