Seserina II, 2018

Antwortlosigkeit

Die Nacht hüllt mich schützend in ihren Mantel,
versucht mich zu wärmen,
mit mir zu sein –
während ich in meine einsame Wohnung geh´.
Die Bretter unter mir morsch,
rutschig durch den Regen
oder sie knacken furchteinflößend laut –
Ich weiß es nicht genau.

Aber es gibt nach:
erst der erste Schritt,
die Welt verschwamm,
aber irgendwie muss ich mich gehalten haben –
wenn auch verletzt,
wie es mir scheint.
Und dann der zweite Schritt.
Besser darauf vorbereitet,
zwar die Orientierung verloren,
aber auf beiden Beinen geblieben.

Vielleicht muss ich einfach nur warten
und dann ist der Boden unter meinen Füßen wieder da.
Vertrauen –
auf was?
Die Zeit,
den Boden,
den Weg,
mich?

Drückende Stille.
Antwortlosigkeit.
Faden zur Weisheit gekappt,
nur so lebendig,
wie die meisten Anderen auch.
Ich wusste gar nicht,
dass Tränen so warm sind.
Kalte,
einsame Haut.
Es ist noch Sommer.
In meiner Brust ein Schmerz,
Leere,
etwas heraus gerissen.
Das fördert die Abkühlung
und diese fördert die Stumpfheit,
den Tod.

by Nadine Pape

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s